Familiengruppe Heteromera und andere mit der Tarsenformel 5-5-4

ColeopteraPolyphaga
Von Arved Lompe (n. Z. Kaszab)
♂ und ♀ mit 5-5-4 Tarsengliedern. Die Heteromera bilden anhand dieses Tarsenschemas eine leicht zu erkennende und gut abgegrenzte Gruppe von Käferfamilien die sich ansonsten in Körperbau und Lebensweise sehr unterscheiden.
Das Tarsenschema 5-5-4 kommt - oft nur bei einem Geschlecht - auch in anderen Verwandschaftsgruppen vor die, soweit sie nicht vorher ausgewiesen wurden, in diesem Schlüssel ebenfalls berücksichtigt sind. Die Verwandschftsgruppe ist dann in Klammern angegeben. - Die Heteromera bzw. Tenebrionidae sind neu gegliedert worden; zum Teil wird hier noch die alte Aufteilung in Familien beibehalten.
#1
Monotomidae Laporte, 1840Mit zusätzlichem kleinem Segment hinter dem Pygidium (Aftersegment). Fühlerkeule geknopft 2-gliedrig oder nur 1 geringeltes Endglied [Abb. 1] [Abb. 2] [Abb. 3].
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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3
→ 3-Ohne Aftersegment. Fühler anders.
#3
→ 3aFühler mit deutlich abgesetzter Keule.
→ 7-Fühler ohne deutlich abgesetzte Keule, höchstens allmählich verdickt [Abb. 4], zuweilen gesägt oder gekämmt.
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Abb. 4
#3a
Tetratomidae Billberg, 1820Fühler mit deutlich abgesetzter 4-gliedriger Keule [Abb. 5].
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Abb. 5
→ 4-Fühler mit 3- oder 5-, selten 2-gliedriger Keule [Abb. 3] [Abb. 6] und [Abb. 7]
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Abb. 3
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Abb. 6
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Abb. 7
#4
Sphindidae Jacquelin du Val, 1860Fühler 10-gliedrig [Abb. 8] (Clavicorna). ♂ der
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Abb. 8
→ 5-Fühler 11-gliedrig.
#5
Leiodidae Fleming, 1821Flügeldecken ± rundlich, gestreckt oval bis halbkugelig gewölbt. Fühler 5- oder 3-gliedrig gekeult, im ersteren Fall das 2. Keulenglied kleiner als die umgebenden [Abb. 7]. Meist 6 Abdominalsternite sichtbar [Abb. 9]. (Staphylinoidea)
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Abb. 7
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Abb. 9
Boridae C. G. Thomson, 1859-Flügeldecken und Körper länglich. Fühlerkeule 5-gliedrig, aber nur die letzten 3 Glieder stärker vergrößert, daher auf den ersten Blick 3gliedrig erscheinend. Vorderhüfthöhlen hinten offen [Abb. 10]. Nur 1 sehr seltene Art von etwa 1 cm Länge [Abb. 11].
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Abb. 10
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Abb. 11
→ 6-Flügeldecken und Körper länglich, gestreckt. Fühlerkeule meist 3-, selten 2-gliedrig [Abb. 6] [Abb. 3] Hierher ♂ der zur Familiengruppe Clavicornia gehörende Arten.
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Abb. 6
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Abb. 3
#6
Cryptophagidae Kirby, 1837Die Epimeren der Mittelbrust erreichen die Hüfthöhlen nicht [Abb. 12]. Fühler mit lockerer 3gliedriger Keule [Abb. 13]. (Clavicornia). ♂ einiger Gattungen der
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Abb. 12
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Abb. 13
Cucujidae_FHL-Die Epimeren der Mittelbrust reichen bis zu den Hüfthöhlen [Abb. 14]. Fühler manchmal mit knopfförmiger Keule [Abb. 3]. (Clavicornia). ♂ der
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Abb. 14
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Abb. 3
#7
Tenebrionidae Latreille, 1802Seitenrand des Kopfes vor den Augen deutlich vortretend und die Fühlerwurzel überragend; dadurch die Augen ± stark eingeengt, mitunter bis zur völligen Teilung. Fühler zum Ende oft allmählich verdickt [Abb. 4]. Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen [Abb. 15]. - Eine außerordentlich vielgestaltige Familie deren Vertreter oft Arten aus anderen Familien zum Verwechseln ähnlich sind, besonders im Süden. An der Wangen- und Fühlerbildung sowie der Tarsenformel aber immer sicher zu erkennen..
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Abb. 4
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Abb. 15
→ 8-Wangen nicht über die Fühlerwurzel vortretend, Augen nicht eingeengt, Fühler of schnurförmig.
#8
→ 9Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen [Abb. 15].
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Abb. 15
→ 11-Vorderhüfthöhlen hinten offen [Abb. 10]. Arten, bei denen die Hüfthöhlen geschlossend sind, was aber erst nach Herauspräparieren der Hüften sichtbar ist (Abdera und andere) werden doppelt berücksichtigt.
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Abb. 10
#9
Alleculinae Laporte, 1840Klauen unterseits fein kammzähnig [Abb. 16]; Zähnelung manchmal sehr fein [Abb. 17], also bei 40-facher Vergrößerung beurteilen. Früher Familie Alleculidae, neuerdings Familie Tenebrionidae, Unterfamilie
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Abb. 16
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Abb. 17
→ 10-Klauen nicht kammartig gezähnt, zuweilen mit einzelnen zahnförmigen oder lappigen Anhängen oder gespalten [Abb. 18]
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Abb. 18
#10
Psammoecus Latreille, 1829🗺ColeowebUnter 3 mm, Flügeldecken fein und reihig behaart. 1. Fühlerglied so lang wie 2 und 3 zusammen [Abb. 19]. (Clavicornia, Cucujidae)
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Abb. 19
Lagriina Latreille, 1825 (1820)🗺Coleoweb-Um 10 mm. Oberseite lang und dicht behaart [Abb. 20], Kopf: [Abb. 21], 1. Fühlerglied kürzer als das 3.. Früher Familie Lagriidae, neuerdings Familie Tenebrionidae, Unterfamilie Lagriinae, Subtribus
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Abb. 20
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Abb. 21
→ 11-Anders. Hierher Arten, bei denen die Hüfthöhlen geschlossend sind, was aber erst nach Herauspräparieren der Hüften sichtbar ist (Abderaund andere).
#11
Mordellidae Latreille, 1802🗺ColeowebKörper seitlich zusammengedrückt und das Abdomen in eine scharfe Spitze auslaufend ('Stachel'). Kopf im Bereich des Augenhinterrandes scharfkantig verengt und dicht am Halsschild anliegend. Hinter den Augen meist ohne Schläfen [Abb. 22].
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Abb. 22
→ 12-Hinterleibsende ohne langen 'Stachel'.
#12
→ 13Halsschildseitenrand wenigstens vor der Basis scharf, zuweilen gezähnt.
→ 18-Halsschild ohne scharfen Seitenrand, die Oberfläche geht an der Seite überall ohne Randkante in die Unterseite über.
#13
Ripiphoridae Gemminger, 1870🗺ColeowebFühler gekämmt oder gesägt [Abb. 23], Körper seitlich zusammengedrückt [Abb. 24]. (=Rhipiphoridae) (=Ripiphoridae)
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Abb. 23
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Abb. 24
→ 14-Fühler schnurförmig, Körper nicht seitlich zusammengedrückt.
#14
→ 15Kopf mit den Mundteilen gerade nach vorn gestreckt.
→ 17-Kopf (in natürlicher Stellung) geneigt mit nach unten zeigenden Mundwerkzeugen.
#15
Cucujidae_FHLKörper stark abgeflacht [Abb. 25].
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Abb. 25
Cryptophagidae Kirby, 1837-Körper nicht auffallend flach. (♂) der
#17
Scraptiidae Mulsant, 1856Kopf hinten abrupt verengt, gestielt [Abb. 26] [Abb. 27]. Habitus [Abb. 28] [Abb. 29]. (einschließlich der früher zu den Mordellidae gestellten Anaspidinae)
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Abb. 26
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Abb. 27
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Abb. 28
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Abb. 29
→ 17a-Kopf gerundet verengt, ohne stielförmigen Hals.
#17a
Tetratomidae Billberg, 1820Vorderhüften in der Mitte durch einen schmalen Fortsatz der Vorderbrust getrennt [Abb. 30]. Enddornen der Hinterschienen nicht länger als die Schienen selbst.
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Abb. 30
Melandryidae Leach, 1815-Entweder die Hinterschienen mit sehr langen Enddornen, die so lang wie oder länger als die Schienen selbst sind und die Mitte des 1. Tarsenglieds überragen, oder die Vorderhüften in der Mitte einander berührend, durch den Fortsatz der Vorderbrust nicht getrennt [Abb. 31].
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Abb. 31
#18
→ 19Kopf ohne stielförmigen Hals, nach hinten wenig verengt.
→ 21-Kopf zum stielförmigem Hals stark verengt.
#19
Oedemeridae Latreille, 1810Fühler meist schnurförmig, selten gesägt; mindestens halb so lang wie der Körper. Flügeldecken weich [Abb. 32].
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Abb. 32
Pythidae Solier, 1834-Fühler kürzer, höchstens halb so lang wie der Körper. Flügeldecken nicht auffallend weich.
#21
Aderidae Winkler, 1927Vorletztes Tarsenglied sehr klein, das 1. deutlich länger als die übrigen zusammen, besonders an den Hinterbeinen [Abb. 33]. Nur sehr kleine Käfer unter 3 mm.
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Abb. 33
→ 22-Vorletztes Tarsenglied wenig kürzer als das vorhergehende, das 1. nicht länger als die übrigen zusammen [Abb. 34]. Ähnlich klein oder größer.
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Abb. 34
#22
Anthicidae Latreille, 1819Unter 6 mm. Klauen einfach, ohne Zahn. Kopf sehr deutlich gestielt [Abb. 35]. Halsschild zuweilen mit nach vorn gerichtetem Horn.
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Abb. 35
→ 23-Über 6 mm. Klauen mit Zahn oder anderen Auszeichnungen
#23
Pyrochroidae Latreille, 1807Oberseite leuchtend rot bis gelbrot, höchstens mit schwarzem Kopf, Flügeldecken nach hinten erweitert. Die Fühler der ♂ gekämmt, die der ♀ gesägt [Abb. 36].
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Abb. 36
Meloidae Gyllenhal, 1810-Oberseite anders gefärbt. Fühler schnurförmig oder sehr stark unregelmäßig. Flügeldecken oft verkürzt (diese Arten wurden aber schon an anderer Stelle abgetrennt) [Abb. 37]. Fühler schnurförmig oder unregelmäßig [Abb. 38] [Abb. 39].
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Abb. 37
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Abb. 38
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Abb. 39
Enthaltene TaxaAderidaeAlleculinaeAnthicidaeBoridaeCryptophagidaeCucujidae_FHLLagriinaLeiodidaeMelandryidaeMeloidaeMonotomidaeMordellidaeOedemeridaePsammoecusPyrochroidaePythidaeRipiphoridaeScraptiidaeSphindidaeTenebrionidaeTetratomidae
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 11.10.2025 - 02:41:28
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