Familie Anthribidae

ColeopteraRhynchophora
Von Arved Lompe (n. R. Frieser, E. Reitter)
Frieser, R. (1981): Die Anthribiden der Westpaläarktis einschließlich der Arten der UdSSR - Mitteilung. d. Münchner Entomologischen Gesellsch., 71:33-107 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Frieser1981 Anthribidae.pdf"
Das 2. Glied der Tarsen ist dreieckig erweitert und am Ende eckig ausgerandet, das 3. kleiner und zum Teile vom 2. aufgenommen. Seitenrand des Halsschilds wenigstens hinten gekantet, vor der Basis meistens mit einer erhabenen Kiellinie, oder die Basis ist selbst kielig erhöht. Flügeldecken mit Punktreihen oder Streifen.
Gegenüber Frieser (l.c.) sind zahlreiche Änderungen in der Taxonomie vorgenommen worden, sei es, daß Arten in andere Gattungen versetzt worden sind oder Änderungen oder sogar Vertauschungen von Namen stattgefunden haben. Ich habe versucht das in der Tabelle zu berücksichtigen und hoffe, daß es mir ohne größere Fehler gelungen ist, obwohl mir viele Arten nicht in natura vorgelegen haben. Die im Freude-Harde-Lohse bei den Bruchidae geführten, zwischenzeitlich als eigene Familie betrachteten Arten der Gattung Bruchela (=Urodon) werden heute wieder als Unterfamilie der Anthribidae betrachtet; sie sind im Familienschlüssel getrennt ausgewiesen. Siehe >>>Urodontidae
#1
→ 2Die Fühlergruben liegen seitlich am Rüssel vor den Augen und sind von oben nicht einsehbar. Unterfamilie Pleurocerinae.
→ 26-Die Fühlergruben liegen dorsal am Rüsselrücken vor den Augen und können von oben eingesehen werden. Unterfamilie Anocerinae.
#2
→ 3Halsschild vor dem Hinterrand mit Querleiste [Abb. 1]. Diese an den Seiten winkelig oder im Bogen nach vorn gerichtet und als Seitenleiste ± nach vorn verlängert.
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Abb. 1
→ 18-Halsschild ohne Querleiste, oder diese bildet den Hinterrand [Abb. 2].
anthribus_nebulosus_hab.jpg
Abb. 2
#3
→ 4Seiten der Flügeldecken mit den Schultern völlig verrundet. Halsschild und Flügeldecken kugelförmig. Hierher mehrere Arten aus Süd- und Südosteuropa.
→ 6-Flügeldecken mit deutlichen Schultern.
#4
Phaenotherion Frivaldszky, 1877Rüssel deutlich etwas länger als an der Basis breit, die Seiten nach vorne deutlich erweitert.
→ 5-Rüssel 2-3 mal breiter als lang, die Seiten parallel, oder vor der Spitze leicht verengt.
#5
Phaenotheriolum Gglb.Fühlergruben unten geschlossen und nicht unter die Augen reichend. Augen rundlich und seitenständig.
Phaenotheriosoma Frieser, 1978-Fühlergruben nach hinten-unten offen und unter die Augen reichend. Augen langoval, mehr dorsal gelegen und nach vorne etwas konvergierend.
#6
→ 7Augen mehr dorsal gelegen. Stirn an der schmalsten Stelle nur halb so breit wie ein Augendurchmesser oder schmaler [Abb. 3].
tropideres_albirostris_vk.jpg
Abb. 3
→ 9-Augen mehr seitlich gelegen, Stirn an der schmalsten Stelle nahezu so breit wie ein Augendurchmesser oder breiter. Wenn ein wenig schmaler, dann der Rüssel nicht länger als breit.
#7
→ 8Die Augen rundlich, oder nur sehr wenig länger als breit. Rüssel länger als breit. Querleiste des Halsschilds fast gerade oder deutlich doppelbuchtig. Halsschild auf der Scheibe mit tiefem Quereindruck.
Ulorhinus Sharp.-Rüssel etwas breiter als lang. Augen langoval, nach vorne auffällig stark konvergierend (vergleiche auch Rhaphitropis, Halsschildquerleiste aber stark doppelbuchtig). Querleiste des Halsschilds nur wenig gebogen, in der Mitte fast gerade. Scheibe des Halsschilds neben der einfachen Punktierung ohne Quereindruck.
#8
→ 8aFühler gedrungener, in beiden Geschlechtern den Vorderrand des Halsschilds nur wenig überragend; die letzten Glieder vor der Keule nicht, oder nur wenig länger als breit. Keule kompakt, das 9. und 11. Glied nicht oder nur wenig länger als breit, das 10. Glied in der Regel quer.
Sphinctotropis H. J. Kolbe, 1895-Fühler gestreckt, die Glieder lang und schmal [Abb. 4], auch die letzten vor der Keule mehr als doppelt so lang wie breit. Die Keule lang, schmal, spindelförmig. Auch das 10. Glied deutlich länger als breit. (Spathorrhamphus Msh.).
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Abb. 4
#8a
Tropideres Schönherr, 1826Querleiste des Halsschilds sehr schwach doppelbuchtig [Abb. 5]. Habitus [Abb. 6].
tropideres_albirostris_hsch.gif
Abb. 5
tropideres_albirostris_hab.jpg
Abb. 6
Gonotropis LeConte, 1876-Querleiste des Halsschilds stark doppelbuchtig, in der Mitte spitzwinklig nach hinten gerichtet [Abb. 7]. Habitus [Abb. 8].
gonotropis_dorsalis_hsch.gif
Abb. 7
gonotropis_gibbosa_hab1.jpg
Abb. 8
#9
→ 10Augen vorne deutlich ausgerandet.
→ 11-Augen nicht oder nur sehr schwach ausgerandet.
#10
Noxius Jord.Querleiste des Halsschildes an den Seitenwinkeln verrundet.
Eusphyrus-Querleiste des Halsschildes an den Seiten mit der Seitenleiste einen spitzen Winkel bildend. (Ormiscus Waterh.)
#11
→ 12Rüssel länger als an der Basis breit, nach vorne deutlich erweitert.
→ 15-Rüssel kürzer als an der Basis breit, nach vorne nicht oder nur sehr schwach erweitert.
#12
Tropiderinus Reitt.Die Querleiste des Halsschildes ist mehrmals breit unterbrochen. Fühler des ♂ deutlich verlängert, die Keule innen lang abstehend, wollig behaart.
→ 13-Querleiste des Halsschildes nicht, oder nur in der Mitte sehr schmal unterbrochen. Fühlerkeule beim ♂ innen nicht auffällig länger behaart.
#13
→ 14Querleiste des Halsschild es in breitem Bogen nach vorne gerundet oder gerade und nur an den Seiten schwach gebuchtet.
Phaeochrotes Payk.-Die Querleiste des Halsschilds ist doppelbuchtig, in der Mitte gegen das Schildchen vorgezogen [Abb. 9] und an den Halsschildseiten gerundet stumpfwinkelig nach vorn gebogen [Abb. 10]. Glied 1 der Tarsen stark verlängert, so lang als alle übrigen zusammen.
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Abb. 9
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Abb. 10
#14
Enedreytes Schoenherr, 1839Die beiden Basalglieder der Fühler fast doppelt so dick als die folgenden und nahezu gleichlang. Die Querleiste des Halsschilds ist an den Halsschildseiten nach vorn gebogen. Rüssel vor den Augen nur schwach verengt. Unsere mitteleuropäische Art mit 2 Haarbüscheln auf der Halsschildscheibe [Abb. 1]. (=Enedreutes auct.)
pseudeuparius_sepicola_hab.jpg
Abb. 1
Allandrus J. L. LeConte, 1876-Die beiden Basalglieder der Fühler gestreckt, kaum merklich dicker als die folgenden Glieder. Das 2. viel länger als das 1. Glied. (Abb. IB, IC). Querleiste des Halsschilds an den Seiten nur etwas nach vorn in flachem Bogen gerundet. Rüssel vor den Augen stark eingeschnürt (stundenglasförmig) [Abb. 11]. Halsschild ohne hervortretende Haarbüschel.
allandrus_undulatus_hab.jpg
Abb. 11
#15
Platyrhinus Clairv.Große Art, über 8 mm [Abb. 12]. Scheibe des Halsschilds runzelig verflacht und großgrubig eingedrückt.
platyrhinus_resinosus_hab.jpg
Abb. 12
→ 16-Kleinere Arten, unter 5 mm. Halsschildoberseite gewölbt, ohne grubenartige Vertiefungen.
#16
→ 17Querleiste des Halsschilds in der Mitte fast gerade oder nur sehr schwach nach vorn gewölbt und keinen Winkel bildend.
Rhaphitropis Rtt.-Querleiste des Halsschilds stark doppelbuchtig, in der Mitte nach hinten gewinkelt [Abb. 13]. Flügeldecken neben der flachen Subbasalwölbung ohne Erhabenheiten.
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Abb. 13
#17
Dissoleucas Jord.Augen am Vorderrand fast gerade abgeschnitten [Abb. 14]. Flügeldecken auf den Zwischenräumen mit Erhabenheiten [Abb. 15].
dissoleucas_niveirostris_k.jpg
Abb. 14
dissoleucas_niveirostris_hab.jpg
Abb. 15
Noxius Jord.-Augen am Vorderrand deutlich ausgeschnitten [Abb. 16]. Zwischenräume der Flügeldecken ohne Erhabenheiten [Abb. 17].
noxius_curtirostris_vk.jpg
Abb. 16
noxius_curtirostris_hab.jpg
Abb. 17
#18
→ 19Rüssel so lang als breit, oder länger, Halsschild meistens in der Mitte mit 1 oder mehreren Borstenbüscheln, Basis des Halsschilds und der Flügeldecken gerade. Nur die hintere Hälfte des Seitenrand des Halsschilds ist scharf gerandet.
→ 22-Rüssel viel kürzer als breit, konisch verengt, Halsschild ohne Borstenbüschel, Basis des Halsschilds und der Flügeldecken zweibuchtig, Halsschild so breit wie die Flügeldecken, Körper kurz und gedrungen.
#19
Platystomos Schneider, 1791Größere Art, über 7 mm. Augen vorne ausgerandet. Halsschild mit 3 in einer Querreihe, Flügeldecken mit 3-4 in einer Längsreihe stehenden schwarzen Borstenbüscheln [Abb. 18], Fühler lang, beim ♂ von Körperlänge. (Anthribus Fbr.)
anthribus_albinus_hab.jpg
Abb. 18
→ 21-Kleinere Arten, unter 7 mm und in der Regel unter 5 mm. Halsschildscheibe nur mit einem Haarbüschel in der Mitte, oder überhaupt ohne solche. Fühler des ♂ den Hinterrand des Halsschildes kaum überragend.
#21
Pseudeuparius Jordan, 1914Halsschild in der Mitte mit 1, die Flügeldecken hinter der Basis ebenfalls mit 1 höckerigen Borstenbüschel; Fühler die Mitte des Körpers nicht erreichend. Hierher eine Art aus Mitteleuropa [Abb. 1] und eine aus Italien. (Cratoparis Schönh.).
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Abb. 1
Autotropis Jord.-Halsschildscheibe ohne Haarbüschel. Arten aus Ostasien.
#22
Opanthribus Reitt.Augen ganz flach, kaum aus der Kopfwölbung vorragend, am Vorderrand tief ausgerandet [Abb. 19]. Kleine, zylindrische Art [Abb. 20].
opanthribus_tessellatus_k.jpg
Abb. 19
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Abb. 20
→ 23-Augen stark gewölbt, rundlich, seitlich aus der Kopfwölbung vortretend, am Vorderrand nicht oder nur sehr seicht ausgeschnitten.
#23
Cylindroides Fairm.Körper auffallend schmal und zylindrisch, in der Regel nicht unter 5 mm. Seiten des Halsschildes und der Flügeldecken jeweils bis kurz vor die Spitze parallel verlaufend, erst dann gerundet verengt. Fühlerkeule normäl gebildet, Endglied nicht auffällig verlängert. Arten aus Afrika
→ 24-Körper gedrungen.
#24
Anthribus Geoffroy, 1762Hinterrand des Halsschilds doppelbuchtig. Flügeldecken mit starken Punktstreifen [Abb. 2] [Abb. 21]. Kopf nicht in den Halsschild einziehbar. Körper kleiner, in der Regel nicht über 4 mm, überall stark verrundet, in Ruhestellung kugelig wirkend. Fühler sehr kurz, Keule einfach gebildet, Endglied nicht auffällig vergrößert. (=Brachytarsus Schh. )
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Abb. 2
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Abb. 21
Trigonorhinus Wollaston, 1861-Hinterrand des Halsschilds fast gerade, die Seiten stärker gerundet. Flügeldecken mit sehr feinen Punktstreifen, der Kopf teilweise in den Halsschild einziehbar. Arten aus dem Mittelmeergebiet; manchmal nach Mitteleuropa eingeschleppt.
#26
→ 27Oberseite behaart oder kahl, Flügeldecken punktiert-gestreift.
Xenorchestes Wollaston, 1854-Oberseite völlig kahl, stark glänzend, ohne jegliche Punktierung. 1 Art aus Madeira.
#27
Araecerus Schönh.Augen rundlich, vorne nicht oder nur sehr kurz ausgerandet. Oberrand der Fühlergruben in den Ausschnitt reichend. Oberseite gleichmäßig scheckig behaart [Abb. 22]. 1. Glied der Vordertarsen so lang wie die restlichen Glieder einschließlich des Klauengliedes.
araecerus_fasciculatus_hab.jpg
Abb. 22
→ 28-Augen langoval oder nierenförmig. Behaarung sehr dünn und fein, Oberseite kahl erscheinend. Augen langoval, mindestens um die Hälfte länger als breit, nach oben-hinten konvergierend. 1. Glied der Vordertarsen höchstens so lang wie die beiden folgenden ohne das Klauenglied.
#28
→ 29Fühler 11-gliedrig.
Pseudochoragus Petri, 1912-Fühler 9-gliedrig. Pygidium einfach, ohne Leisten oder Höcker vor der Spitze [Abb. 23].
pseudochoragus_piceus_hab.jpg
Abb. 23
#29
Melanopsacus Jordan, 1924bAugen breiter, nur um die Hälfte länger als breit, mehr dorsal gelegen, Stirn dazwischen etwas schmaler als ein Auge breit. Hinterwinkel des Halsschilds spitzwinkelig. Pygidium vor der Spitze mit Höcker beim ♂, oder erhabener Längsleiste beim ♀. (=Araeocerodes Blackburn, 1900)
Choragus Kirby, 1819-Augen schmaler, fast doppelt so lang wie breit, mehr seitlich gelegen. Stirn an der schmalsten Stelle zwischen den Augen doppelt so breit wie ein Auge breit. Hinterwinkel des Halsschilds rechtwinkelig oder leicht verrundet. Pygidium einfach. Habitus [Abb. 24].
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Abb. 24
Enthaltene TaxaAllandrusAnthribusAraecerusAutotropis ChoragusCylindroides DissoleucasEnedreytesEusphyrusGonotropisMelanopsacus NoxiusOpanthribusPhaenotheriolumPhaenotherionPhaenotheriosomaPhaeochrotesPlatyrhinusPlatystomosPseudeupariusPseudochoragusRhaphitropisSphinctotropisTrigonorhinusTropideresTropiderinusUlorhinusXenorchestes
Erstellt am: 18.06.2010 · Letzte Aktualisierung: 25.05.2025 - 13:49:04
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