Gattung Ptenidium Er.

ColeopteraPtiliidae
Von Arved Lompe (n. C. Besuchet)
Flach, C. (1887): Beiträge zur Kenntnis der Haarflügler (Trichoptygier, Coleoptera) - Wiener Entomologische Zeitung, 6(6):176-183 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Flach1887 Ptiliidae Ergänzung.pdf"
Oberfläche glänzend. Kopf und Halsschild schwarz oder schwarzbraun; Flügeldecken allgemein heller, ± dunkel braun, nur bei einigen Arten regelmäßig schwärzlich. Halsschildbasis mit 4 ± gut markierten Grübchen. Prosternalfortsatz gut entwickelt. Die Basis des Schildchens trägt eine gemäß den Arten verschieden verzierte Querfurche. ♂: Keine sichtbaren Geschlechtsmerkmale. Die Spermatheka ist bei jeder Untergattung verschieden; die spezifischen Unterschiede sind meist schwach oder fehlen.
#1
gressneri Er., 1845Fundmeldungen🗺ColeowebGrößte Halsschildbreite an der Basis. Untergattung Gressnerium Ganglb. Basalgrübchen des Halsschilds vollständig erloschen. Basalfurche des Schildchens nur mit einem sehr kleinen Mittelfältchen [Abb. 1]. Behaarung des Halsschilds und der Flügeldecken aus sehr kurzen Haaren bestehend. ♀: Spermatheka [Abb. 2]. 0,87-0,97 mm. B: In faulem Holz, bisweilen bei Lasius oder Camponotus. D: Europa.
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Abb. 1
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Abb. 2
→ 2-Größte Halsschildbreite in der Mitte oder deren Nähe. Basalgrübchen des Halsschilds ± deutlich. Verzierung des Schildchens anders.
#2
→ 3Basalfurche des Schildchens mit gut markiertem Mittelfältchen und mindestens 2 Punkten [Abb. 3] [Abb. 4]. Prosternalfortsatz mit einer ± entwickelten oder vollständig geschwundenen Furche.
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Abb. 3
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Abb. 4
→ 12-Basalfurche des Schildchens ohne Mittelfältchen, nur mit 4 Punkten [Abb. 5] [Abb. 6]. Prosternalfortsatz mit einem Längskiel. ♀: Spermatheka ähnlich [Abb. 7]. Untergattung Gillmeisterium Flach.
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Abb. 5
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Abb. 6
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Abb. 7
#3
→ 5Flügeldecken mit kurzen oder sehr kurzen Haaren. Prosternalfortsatz mit einer besonders gut markierten Furche, die sich bis über das Prosternum verlängert. Hinterrand des Pygidiums mit wenigstens 7 kleinen Spitzchen. ♀: Spermatheka ähnlich [Abb. 8]. Untergattung Matthewsium Flach.
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Abb. 8
→ 4-Haare der Flügeldecken mittellang oder ziemlich lang. Prosternalfortsatz einfach oder mit einer seichten Furche, die sich nicht auf das Prosternum verlängert. Hinterrand des Pygidiums mit 3 kleinen Spitzchen.
#4
→ 6Basalfurche des Schildchens mit 10-12 kleinen, deutlichen Punkten, die der Schildchenbasis das Aussehen geben, gezähnelt zu sein [Abb. 4]. Prosternalfortsatz mit einer gut sichtbaren, wenn auch seichten Furche. ♀: Spermatheka ähnlich [Abb. 9]. Untergattung Wankowizium Flach.
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Abb. 4
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Abb. 9
→ 7-Basalfurche des Schildchens mit Mittelfältchen und 2 gut markierten Seitenpunkten und bisweilen mit einigen sehr kleinen Zwischenpunkten [Abb. 10] [Abb. 11]. Prosternalfortsatz einfach, nicht gefurcht [Abb. 12]. ♀: Spermatheka ähnlich [Abb. 13]. Untergattung Ptenidium s. str..
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Abb. 10
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Abb. 11
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Abb. 12
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Abb. 13
#5
laevigatum Er., 1845Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild und Flügeldecken gleichartig, auffallend sehr kurz behaart [Abb. 14]. Halsschildseitenrand schmal [Abb. 15]. Basalfurche des Schildchens mit 2 allgemein gut markierten Punkten, die den Seitenwinkel ein wenig näher liegen als dem Mittelfältchen [Abb. 16]. Schwarz bis schwarzbraun. 1,05-1,18 mm. B: In faulenden Pflanzenabfällen; oft in liegengebliebenem Heu. D: Europa, Nordafrika.
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
turgidum Thoms., 1855🗺Coleoweb-Haare des Halsschilds mittellang, diejenigen der Flügeldecken ziemlich kurz. Halsschildseitenrand deutlich breiter. Basalfurche des Schildchens mit 2 allgemein seichten Punkten, die in annähernd gleicher Entfernung von den Seitenwinkel und dem Mittelfältchen liegen [Abb. 3]. Färbung heller, ± rötlichbraun. ♀: Spermatheka [Abb. 8]. 0,9-1,05 mm. B: In der Schweiz nicht selten in hohlen Tannenstümpfen. D: Europa.
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Abb. 3
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Abb. 8
#6
intermedium Wank., 1869Fundmeldungen🗺ColeowebJedes Haar des Halsschilds aus dem Grunde eines kleinen Punktes entspringend; diese Haare sind etwas weniger lang als diejenigen der Kopfoberseite. Halsschild etwas weniger breit als die Flügeldecken; äußere Basalgrübchen des Halsschilds seicht. ♀: Spermatheka [Abb. 9]. 0,95-1,05 mm. B: Nicht selten an sumpfigen Stellen. D: Europa.
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Abb. 9
brenskei Flach, 1887🗺Coleoweb-Halsschild nicht punktiert, die Haare höchstens halb so lang wie diejenigen der Kopfoberseite. Halsschild deutlich weniger breit als die Flügeldecken [Abb. 17]; äußere Basalgrübchen des Halsschilds gut markiert. 0,85-0,95 mm. B: An Flußufern. D: Kaukasus, Griechenland, Basses-Pyrénées, Hoch-Savoyen, Schweiz (in den Kantonen Genf, Waadt, Bern und im Tessin).
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Abb. 17
#7
punctatum (Gyll., 1827)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild mit großen Punkten übersät [Abb. 18], aber doch mit einer ziemlich breiten unpunktierten Mittellinie; Punktierung von Kopfoberseite, Flügeldecken und Metasternum deutlich, aber weniger stark als die des Halsschilds. Allgemeine Form ziemlich flach. Flügeldecken schwärzlich. Spermatheka [Abb. 19]. 0,8-0,95 mm. B: An der Küste zwischen Tangablagerungen; häufig. D: Meeresküsten Europas, ausnahmsweise im Binnenland.
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Abb. 18
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Abb. 19
→ 8-Halsschild, Kopfoberseite und Metasternum nicht oder schwach punktiert. Allgemeine Form mehr gewölbt.
#8
fuscicorne Er., 1845🗺ColeowebOberseite besonders dicht behaart, Haare ziemlich lang, auch auf den Flügeldecken. Fühlergeißel braun. Basalfurche des Schildchens zwischen dem Mittelfältchen und den Seitenpunkten mit einigen ± deutlichen, sehr kleinen Punkten. Flügeldecken schwärzlich. 0,8-0,95 mm. B: In Sümpfen nicht selten. D: Europa.
→ 9-Oberseite spärlicher behaart, Flügeldecken mit mittellangen Haaren. Fühlergeißel heller, gelblich. Basalfurche des Schildchens zwischen dem Mittelfältchen und den Seitenpunkten nicht punktiert.
#9
obotrites Flach, 1887🗺ColeowebInnere Basalgrübchen des Halsschilds besonders gut markiert [Abb. 20], größer und tiefer als die äußeren. Allgemeine Form robuster und gewölbter. Halsschildseitenrand schmal. Epipleuren durch ein sehr feines Kielchen abgetrennt. Fühlergeißel hellgelb. Flügeldecken braun, wenig dunkel. Seiten des Metasternums lederartig gerunzelt. 1 mm. D: Mecklenburg: Kalkhorst, 1 ♀ (1). (1) Die Behaarung dieses Exemplares ist fast vollständig abgerieben; sie scheint indessen dünn gesät wie die von longicorne zu sein. Ptenidium myrmecophilum, longicorne, pusillum und obotrites scheinen eng verwandt zu sein; die Spermathecae sind praktisch identisch.
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Abb. 20
→ 10-Innere Basalgrübchen des Halsschilds wenig deutlich, kleiner und seichter als die äußeren. Allgemeine Form weniger robust und weniger gewölbt.
#10
pusillum (Gyll., 1808)Fundmeldungen🗺ColeowebHabitus [Abb. 21]. Behaarung der Oberseite ziemlich dicht, aus etwas längeren Haaren bestehend (~50µm [Abb. 22]), auf den Flügeldecken schräg rückwärts aufgerichtet. Halsschildseitenrand schmal. Epipleuren durch ein sehr feines Kielchen abgetrennt. Fühlergeißel hellgelb. Flügeldecken meist dunkel braun. Seiten des Metasternums lederartig gerunzelt. ♀: Spermatheka [Abb. 13]. 0,9-1,1 mm. B: Sehr gemein in faulenden Pflanzenabfällen und Mist. D: Europa, Nordafrika. (=apicale Er.) (=punctulum (Steph.)) Zusätzliche Merkmale, die für andere Arten noch nicht geprüft sind.: Vor den Mittelhüften jeweils ein zapfenförmiger Vorsprung [Abb. 23], Schulterwinkel der Flügeldecken sehr stark gezähnt. Das 2. Glied der Fühlerkeule flaschenförmig [Abb. 24] [Abb. 25].
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Abb. 21
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Abb. 22
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Abb. 13
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Abb. 23
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Abb. 24
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Abb. 25
→ 11-Behaarung der Oberseite spärlicher, aus kürzeren Haaren gebildet, auf den Flügeldecken anliegend.
#11
formicetorum Kr., 1851Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschildseitenrand schmal. Epipleuren durch ein sehr feines Kielchen abgetrennt. Fühlergeißel hellgelb. Flügeldecken meist rötlich braun. Seiten des Metasternums nicht lederartig. 0,85-1 mm. B: Nicht selten in Nestern von Formica-Arten der rufa-Gruppe, aber auch bei Lasius niger. D: Mittel- und Nordeuropa. (=myrmecophilum (Motsch.))
longicorne Fuss, 1868🗺Coleoweb-Halsschildseitenrand etwas breiter. Epipleuren durch ein nach vorn deutlich verbreitertes Kielchen abgetrennt. Fühlergeissel gelb, ein wenig ins bräunliche spielend. Flügeldecken meist schwärzlich. Seiten des Metasternums lederartig gerunzelt. 0,9-1,05 mm. B: An Flußufern nicht selten. D: Europa. (=brisouti Matth.)
#12
reitteri Flach, 1887🗺ColeowebOberseite und Metasternum lederartig gerunzelt. Halsschild auf jeder Seite etwas hinter der Mitte mit einem deutlichen borstentragenden Grübchen, das den Seitenrand berührt [Abb. 26]; dieser breit, rötlich braun. Allgemeine Form etwas abgeflacht. 0,8-0,9 mm. B: An Flußufern. D: Kaukasus, Dalmatien, Toskana, Korsika, Basses-Pyrénées und Kanton Waadt.
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Abb. 26
→ 13-Oberseite und Metasternum nicht lederartig. Halsschildseitengrübchen undeutlich, Seitenrand schmal, schwärzlich braun. Allgemeine Form gewölbter.
#13
matthewsi Flach🗺ColeowebHalsschildseitenrand von oben deutlich sichtbar. Epipleuren durch ein Kielchen abgetrennt, das von oben wenigstens in der vorderen Flügeldeckenhälfte gut sichtbar ist. Alle Basalgrûbchen des Halsschilds gut entwickelt, tief, meist gleichmäßig [Abb. 27]. 0,8-0,9 mm. B: Sümpfe D: Südfrankreich, Balearen und Ostspanien; Mitteleuropa? (=punctulum auct. nec Steph.) Anmerkung: Flach bildet das Schildchen extra ab, hier hat es aber nur 3 Punkte (statt 4 wie in der Habitus-Abbildung). Auch die Größe der Halsschildpunkte ist völlig anders als in der Habituszeichnung. Im Text verliert er aber kein Wort darüber; vermutlich ein Versehen des Lithographen.
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Abb. 27
nitidum (Heer, 1841)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Halsschildseitenrand von oben wenig deutlich. Epipleuren durch ein Kielchen abgetrennt, das von oben höchstens im vorderen Flügeldeckendrittel sichtbar ist. Äußere Basalgrübchen des Halsschilds gut entwickelt, tief; innere kleiner und seichter [Abb. 6]. ♀: Spermatheka [Abb. 7]. 0,8-0,9 mm [Abb. 28]. B: In faulenden Pflanzenabfällen und Mist, gemein. D: Europa.
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Abb. 6
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Abb. 7
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Abb. 28
Enthaltene Taxabrenskei formicetorum fuscicorne gressneri intermedium laevigatum longicorne matthewsi nitidum obotrites punctatum pusillum reitteri turgidum
Erstellt am: 12.06.2013 · Letzte Aktualisierung: 21.06.2025 - 16:39:38
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