Gattung Mniophila Steph.

ColeopteraPhytophagaChrysomelidaeAlticinae
Von Arved Lompe
Nadein, K.S. (2009 ): Revision of the genus Mniophila Stephens, 1831 (Coleoptera: Chrysomelidae). - Beiträge zur Entomologie, 59(1):103-131 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Nadein2009 Mniophila.pdf"
Kleinste europäische Alticinenarten, fast kugelig, Halsschild ohne Basalstrichel, Fühlerglieder 1-2 dick, 3-8 dünn, 9-11 plötzlich fast keulenartig erweitert und verdickt. Oberseite schwarz, ohne deutlichen Metallschein. Die Arten werden nur im Moospolstern und moosdurchsetzter Bodenstreu gefangen und sind dort durch Sieben zu erlangen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß sie sich auch an Moosen entwickeln. 4 Arten in Europa, von denen 2 nur im äußersten Südosten vorkommen.
#1
→ 1aArten aus West-, Mittel- und Osteuropa.
→ 2-Arten aus Südosteuropa, Kaukasus und Kleinasien.
#1a
muscorum (Koch, 1803)Fundmeldungen🗺ColeowebAedoagus in Aufsicht mit geraden Seiten und fast gerade verengter, etwas abgeschnittener Spitze, die in der Mitte einen kleinen Fortsatz oder Erhabenheit trägt, die aber auch fehlen kann [Abb. 1] [Abb. 2]. Die Augen gewölbt und der Körperumriß nach hinten etwas zugespitzt oval, vor allem beim ♂. Schwarz mit leicht grünem Metallschimmer [Abb. 3]. Punktur der Flügeldecken dichter, die Reihen oft gestört. Das 1. Glied der Hintertarsen beim ♂ kurz und schmal [Abb. 4]. Fühler [Abb. 5]. 1,2-1,7 mm. D: Von Irland bis zum Kaukasus verbreitet; aus einzelnen Gebieten Norddeutschlands keine oder nur alte Meldungen.
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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
bosnica Apfelbeck, 1914🗺Coleoweb-Aedoagus in Aufsicht mit gerundeten Seiten und gerundeter Spitze, diese etwas zugespitzt aber ohne Fortsatz [Abb. 6]. Die Augen flach und der Körperumriß auch zum Ende breit gerundet. Heller oder dunkler braun, ohne ausgesprochenen Metallschimmer. Punktur der Flügeldecken spärlicher und gewöhnlich regelmäßiger. Das 1. Glied der Hintertarsen beim ♂ lang und breit [Abb. 7]. Fühler [Abb. 8]. 1,3-1,6 mm. D: Verbreitung wie muscorum, aber viel seltener; aus Deutschland eine Meldung aus Boppard. Dieter Siede (i.l.) hat mir dazu folgende Anmerkung geschrieben: "Ich zweifele an der Artberechtigung von Mniophila bosnica Apfelbeck 1914. Die Variabilität von M. muscorum in Körperbau und Gestalt des Aedoeagus ist so groß, dass M. bosnica durchaus in dieses Spektrum integriert werden kann. Die von Nadein erwähnten Stücke aus Boppard stammen von Kraatz und wurden von Heikertinger als M. muscorum und dto. var. wroblewskii Wanka bestimmt, der zu diesem Zeitpunkt sicherlich auch die Beschreibung von Apfelbeck gekannt hat. Horion (1938) schlägt vor, die in dieser Serie vorliegenden stärker punktierten Stücke nicht var. wroblewskii sondern f. fortepunctata zu nennen. (Horion, Ent. Bl. 35,1938 Seite 142). Im umfangreichen in meiner Sammlung vorliegenden Material gibt es auch in Bezug auf die Punktur der Flügeldecken alle Übergänge von fast glatt bis zu ‚fortepunctata'. Zu den anderen von Nadein beschriebenen Arten kann ich keinen Kommentar abgeben. Die Typen von M. bosnica sind, wie Nadein erwähnt, noch vorhanden, aber ohne Angabe von Gründen nicht in die Arbeit einbezogen worden (‚not examined'). Der definierte Neotypus von M. muscorum wurde von einem Fundort aus dem Balkan gewählt und nicht aus der Rheinpfalz, dem locus typicus der Tiere, die Koch bei der Beschreibung zugrunde lagen. Dies, obwohl dem Autor auch reichhaltiges Museumsmaterial deutscher Herkunft vorlag und frisches Material sicher mühelos zu beschaffen gewesen wäre."
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Abb. 6
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Abb. 7
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Abb. 8
#2
caucasica Nadein, 2009Ex Nadein (l.c.): Aedeagus ventral im apikalem Viertel mehr oder weniger deutlich zur Spitze verschmälert [Abb. 9], letztere eher breit, gerade. ♂: Hinterschienen weniger gebogen; 1. Glied der Vordertarsen länger und dünner, letztes Glied der Hintertarsen dicker [Abb. 10]; Augen konvexer, Augenfurchen und Frontalkiele stärker entwickelt; apikale Fühlerglieder länger [Abb. 11]; Halsschildbasis nach hinten länger vorgezogen [Abb. 12]; apikaler Mittelbrustfortsatz nach vorne konkav [Abb. 13]. D: Südrußland, Abchasien, Georgien, Azerbeidschan.
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Abb. 9
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Abb. 10
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Abb. 11
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Abb. 12
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Abb. 13
transcaucasica Nadein, 2009-Ex Nadein (l.c.): Aedeagus ventral im apikalem Drittel allmählich zur Spitze verschmälert [Abb. 14], letztere stumpf. ♂: Hinterschienen deutlich gebogen; das 1. Glied der Vordertarsen kürzer und dicker [Abb. 15], letztes Glied der Hintertarsen dünner; Augen flacher [Abb. 16]; Augenfurchen und Stirnschwielen weniger entwickelt; apikale Fühlersegmente kürzer und dicker [Abb. 17]; Halsschildbasis nach hinten weniger stark ausgezogen [Abb. 18]; apikaler Mittelbrustfortsatz gerade [Abb. 19]. D: Kaukasusgebiet: Armenien und Georgien.
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 19
taurica Nadein, 2009-Aedoeagus [Abb. 20]; Kopf [Abb. 21]; Halsschild [Abb. 22]; Fühler [Abb. 23]; Tarsen [Abb. 24]. D: Krim
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Abb. 20
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Abb. 21
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Abb. 22
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Abb. 23
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Abb. 24
turcica Medvedev, 1970-Aedoeagus [Abb. 25]; Kopf [Abb. 26]; Halsschild [Abb. 27]; Fühler [Abb. 28]; [Abb. 29]. D: Türkei: Rize. Zur weiteren Differenzierung siehe Nadein l.c..
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Abb. 25
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Abb. 26
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Abb. 27
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Abb. 28
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Abb. 29
Enthaltene Taxabosnica caucasica muscorum taurica transcaucasica turcica
Erstellt am: 13.08.2013 · Letzte Aktualisierung: 07.08.2024 - 10:48:31
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