Gattung Lycoperdina Latr.

ColeopteraEndomychidae
Von Arved Lompe (n. H. Vogt, L. Ganglbauer)
Oberseite glänzend und fast glatt, äußerst fein punktiert und staubfein behaart. Fühler mit undeutlich abgesetzter 3-gliedriger Keule. Halsschild kaum breiter als lang, sein Seitenrand zur Basis deutlich ausgeschweift verengt; die Basaleindrücke bestehen aus starken, nach hinten vertieften Längsfurchen, die miteinander vor dem Hinterrand durch eine tief eingegrabene Querfurche verbunden sind. Unsere Arten leben in Stäublingen (Boviste, Erdsterne), succincta habe ich auch schon am Schwefelporling gefunden. Man findet sie im Sporenstaub der reifen Pilze, worin sie auch überwintern.
#1
→ 2Vorderschienen auch beim ♂ einfach. Nahtstreifen völlständig, manchmal vorne sogar kraftiger als in der Mitte. Untergattung Lycoperdina s.str..
succincta (L., 1767)-Vorderschienen beim ♂ innen in der Mitte mit kräftigem Dornzahn, beim ♀ mit stumpfer Erweiterung. Flügeldecken mit feinem, nach vorne erloschenen Nahtstreifen. Untergattung Golgia Muls.. Oberseite rostrot, die Flügeldecken mit breiter schwarzer Mittelquerbinde [Abb. 1]. Querbinde der Flügeldecken von variabler Ausdehnung, manchmal an der Naht unterbrochen. Fühler gedrungener als bei bovistae. Schildchen quer. Aedoeagus [Abb. 2]. ♀. Analsternit in eine dornförmige Spitze ausgezogen. 4-4,5 mm. Im Osten des Gebietes selten, im Westen fehlend oder sehr selten.
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Abb. 1
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Abb. 2
#2
→ 3 crassicornis Reitter, 1880 penicillata Marseul, 1868 validicornis Gerstaecker, 1858Arten des Europäischen Festlandes. In der Tabelle fehlen: Rumänien Nordafrika, Spanien? Frankreich, Italien
→ 4-Arten der Atlantischen Inseln.
#3
bovistae (F., 1792)Flügeldecken innen neben den Schultern mit einem flachen Eindruck; die Furche des Nahtstreifens im Bereich des Schildchens vertieft. Halsschild wenig breiter als lang, herzförmig, an den Seiten vorn gerundet, nach hinten geradlinig oder etwas ausgeschweift verengt, am Vorderrande tief ausgeschnitten, an den Seiten kräftig gerandet, die Scheibe flach gewölbt, äusserst fein und spärlich punktiert, auf der hinteren Hälfte mit zwei geraden, die Mitte erreichenden Längsfurchen, welche gegen die Basis leicht erweitert und in der Erweiterung mit kurzem, oft abgeriebenem Haarfilz bekleidet sind [Abb. 3]. Oberseite pechbraun, Fühler und Beine, bisweilen auch Kopf und Spitze der Flügeldecken dunkelbraunrot. Kopfmitte mit schwacher Längsvertiefung. Schildchen fast kreisförmig. ♂ mit einwärts gekrümmten Mittel- und Hinterschienen 4.5 mm. Im Süden und Mitte des Gebietes, nicht im Hochgebirge und im Alpenvorland.
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Abb. 3
→ 3a-Die Flügeldecken an der Basis innerhalb der Schultern ohne Längseindruck, ihre Naht vorn viel weniger eingesenkt, der Nahtstreifen vorn nicht oder kaum stärker vertieft.
#3a
→ 3bOberseite sehr fein und unauffällig punktiert. Osteuropäische Arten.
maritima Reitter, 1884-Oberseite deutlicher punktiert und behaart, der Kopf mit tieferer Mittelfurche, der Halsschild gestreckt und schmal, mit geraden, gegen die Basis wenig erweiterten Längsfurchen, die Flügeldecken viel breiter und kürzer als bei pulvinata, an den Seiten bauchig gerundet, hinten viel mehr zugespitzt. Von bovistae durch schwächeren Glanz, deutlichere Punktierung und Behaarung, die viel breiteren, bauchig erweiterten Flügeldecken und die kaum eingesenkte Naht derselben verschieden. 4-5 mm. Frankreich, Italien (Meeralpen).
#3b
pulvinata Reitter, 1884An den Fühlern das zweite und dritte Glied in der Lãnge kaum verschieden, das vierte viel kürzer als das dritte, aber noch etwas länger als breit, das fünfte bis achte Glied so lang als breit oder schwach quer, die drei Glieder der nicht deutlich abgesetzten Keule an Länge und Breite etwas zunehmend, das Endglied an der Spitze schräg abgestutzt und etwas ausgerandet. Gedrungener gebaut als bovistae, der Halsschild viel breiter, nach hinten weniger verengt, auf der hinteren Hälfte mit zwei gegen die Basis viel stärker erweiterten Längsfurchen, in denselben mit viel größerem Haarpolster [Abb. 4]. Dunkel pechbraun, Kopf, Fühler und Beine braunrot. Halsschild und Flügeldecken an der Basis, letztere auch an der Spitze aufgehellt. 4-5 mm. Balkenhalbinsel.
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Abb. 4
banatica Ganglbauer, 1899-Fühler kürzer, kräftiger, mit querem fünften bis zehnten Glied. Seiten des Halsschildes feiner gerandet. 4-5 mm. Banat: Herkulesbad.
#4
canariensis Gillerfors, 1991Halsschild und Flügeldecken ohne Mikroretikulation. Fühler und Beine gelbrot. Kopf und Halsschild braun bis dunkelbraun, Flügeldecken schwarz, an den Schultern und der Spitze rötlich aufgehellt [Abb. 5]. Aedoeagus [Abb. 6]. 3,6-5,2 mm. Gran Canaria
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Abb. 5
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Abb. 6
→ 5-Halsschild und Flügeldecken mit Mikroskulptur.
#5
gomerae Franz, 1979 sanchezi Oromi & Garcia, 1987 humeralis Wollaston, 1864La Gomera La Palma Teneriffa
Enthaltene Taxabanatica bovistae canariensis crassicornis gomerae humeralis maritima penicillata pulvinata sanchezi succincta validicornis
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