Gattung Liophloeus Germ.

ColeopteraRhynchophoraCurculionidaeBrachyderinae
Von Arved Lompe (n. S. Smrecynski)
Große, plumpe Tiere, oÏ mit schwach entwickelten Schultern, Körper nach hinten erweitert, ohne oder nur mit rudimentären Flügeln. Bauchsternite 2-4 hinten schmal membranös. Körper grau bis dunkel beschuppt, Schenkel gezähnt. Die wenigen Arten außerordentlich variabel, was Anlaß zur Beschreibung zahlreicher Aberrationen gegeben hat. Die trägen Tiere führen eine nächtliche Lebensweise in feuchten Biotopen, besonders an Ufern von Gebirgsbächen, und ernähren sich von verschiedenen niedrigen Kräutern, oft Tussilago.
Nicht enthalten sind die folgenden Arten:
Untergattung Liophloeodes
Rumänien. ...laevifrons Petri, 1912
Dalmatien ...pupillatus Apflb., 1928
Untergattung Liophloeus
Österreich, Kroatien, Italien, Dalmatien.. ...ophthalmicus Stierl., 1889
Portugal. ...paulioi Desbr., 1875
#1
→ 1aBasis der Flügeldecken fast gerade, Schulterbeule stark vorragend, Körper nach hinten schwach erweitert. Zwischenräume der Flügeldecken runzelig punktiert und fein gekörnt. Flügel rudimentär. Untergattung Liophloeus s. str..
→ 1b-Basis der Flügeldecken bogenförmig ausgeschnitten, Schulterbeule fehlend oder sehr schwach entwickelt. Körper nach hinten stark erweitert. Zwischenräume der Flügeldecken runzelig punktiert, ohne Körner. Flügel meistens fehlend. Untergattung Liophloeodes Wse..
#1a
tessulatus (Müll., 1776)Rüssel vorne schwach erweitert, oben mit drei ± deutlichen, nach hinten konvergierenden Kielen, von der Stirn durch flachen Eindruck abgesetzt. Halsschild vorne und hinten eingeschnürt. Flügeldecken grau bis kupferig oder braun beschuppt, auf den ungeraden Zwischenräumen meist mit wenig deutlichen dunklen Flecken, Schildchen heller. Vorder- und Mittelschenkel mit sehr kleinen Zähnchen, Hinterschenkel oft ungezähnt, Börstchen an den Schienenspitzen schwarz. 7-11 mm. Im ganzen Gebiet, oft an Hedera. Im Gebirge meist zweigeschlechtlich, sonst parthenogenetisch.
aquisgranensis Forst.-Beschuppung durch sehr feine dunkle Behaarung ersetzt, Körper kahl erscheinend. Besonders im Gebirge. var.
geminatus Boh.-Oberseite fast gleichmäßig grau beschuppt. Frankreich, Württemberg. var.
#1b
→ 2Rüssel von der Stirn nicht abgesetzt, zur Spitze erweitert. Halsschild vorne und hinten ohne Einschnürung. Beschuppung sehr veränderlich. Schenkelzähne breit und stumpf, Börstchen an den Schienenspitzen gelb oder gelbbraun.
#2
lentus Germ.Rüssel im Basalteil stielrund oder kaum abgeflacht, ohne Mittelkiel. Vorderschenkel schwach, Hinterschenkel nicht gezähnt. Ventralseite des Aedoeagus flach oder mit verschieden breiter und tiefer Mittelrinne, Dorsalseite im Basalteil gleichmäßig sklerotisiert, ein einheitliches Rohr bildend oder Mittelstreifen ± deutlich abgegrenzt. Aedoeagus [Abb. 1]. Schweiz, Österreich, Tschechoslowakei, Westkarpaten, Westungarn, Balkanhalbinsel.
liophloeus_lentus.gif
Abb. 1
→ 3-Rüssel oben +/- deutlich verflacht, meist mit rudimentärem Mittelkiel.
#3
gibbus Boh., 1842Rüssel oben deutlich verflacht. Vorderschenkel schwach, Hinterschenkel nicht gezähnt. Aedoeagus parallelseitig, 3eckig zugespitzt, die ganze Ventralseite von breiter und tiefer Mittelrinne eingenommen; Mittelstreifen der Dorsalseite in der ganzen Länge scharf abgegrenzt [Abb. 2]. Ostslowakei, Ungarn, Rumänien, Westpodolien, Polen im östlichen Teil der Karpaten.
liophloeus_gibbus.gif
Abb. 2
herbstii Gyll., 1834-Rüssel oben schwach verflacht, im Basalteil mit rudimentärem Mittelkiel. Vorderschenkel schwach, Hinterschenkel nicht gezähnt. Aedoeagus leicht asymmetrisch, Ventralseite mit scharfer oder stumpfer Längsleiste, die stets nahe des linken Rand gelegen ist; Mittelstreifen der Dorsalseite scharf abgegrenzt [Abb. 3]. Im Profil ist der Aedoeagus dünner als bei den beiden vorigen Formen. Hauptsächlich in Siebenbürgen, Westpodolien und Bukowina, vereinzelt in der Slowakei, der Steiermark und in Ungarn.
liophloeus_herbstii.gif
Abb. 3
liptoviensis Weise, 1894-Rüssel vorn stärker erweitert, oben deutlich verflacht, mit nach hinten schwach konvergierenden Seitenkanten und deutlichem Mittelkiel. Vorder- und Mittelschenkel mit großem, Hinterschenkel mit sehr stumpfem Zähnchen [Abb. 4] [Abb. 5]. Aedoeagus im Basalteil eingeengt, dann parallelseitig und zugespitzt. Ventralseite in der ganzen Länge gleichmäßig gewölbt, Mittelstreifen der Dorsalseite schmal, scharf abgegrenzt [Abb. 6]. Slowakei, Ungarn, Rumänien, Podolien, Ostkarpaten.
liophloeus_liptoviensis_hab.jpg
Abb. 4
liophloeus_liptoviensis_sa.jpg
Abb. 5
liophloeus_liptoviensis.gif
Abb. 6
Enthaltene Taxaaquisgranensis geminatus gibbus herbstii lentus liptoviensis tessulatus
Erstellt am: 11.08.2018 · Letzte Aktualisierung: 12.08.2018 - 09:46:35
Creative Commons LizenzvertragKäfer Europas herausgegeben von Arved Lompe sind lizenziert unter den Bedingungen der Creative Commons International 4.0 Lizenz BY-SA (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)