Gattung Calodera

StaphylinidaeAleocharinaeOxypodini
Von Arved Lompe (n. V. Assing)
Assing, V. (1996): A revision of the European species of Calodera Mannerheim. - Beitr.Ent. 46: 3-24. >>>https://www.zobodat.at/pdf/Beitraege-zur-Entomologie_46_0003-0024.pdf oder >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Assing1996 Calodera.pdf"
Durch die gestreckten Tarsen, meist deutlich halsartig abgeschnürten, nach hinten gerundet verengten Kopf, unvollständig gerandete oder ungerandete Schläfen und tiefen basalen Quereindruck auf dem 4. vollständigen Tergit gut gekennzeichnet. Alle Arten außer nigrita Mannh., protensa Mannh. und uliginosa Er. können mit Sicherheit nur durch Untersuchung des Aedoeagus determiniert werden. Die Maße für die maximale Kopfbreite (Kopfbreite), Pronotumbreite (Halsschildbreite) und die Länge des Medianlobus sind in µm angegeben. Mit Ausnahme von protensa Mannh., die auch an Ruderalstandorten, Feldrainen etc. beobachtet wurde, sind alle Arten an Feuchtflächen (Sümpfe, Moore, Ufer, bodenfeuchte Waldbiotope) gebunden. Oft kommen mehrere Arten gemeinsam vor.
#1
→ 2Halsschild entweder durch außerordentlich dichte Punktierung oder sehr deutliche Mikroskulptur ± matt, oft mit flachem Längseindruck. Hals sehr kurz und breit (Halsbreite/Kopfbreite: >0,7). ♂: Ventralfortsatz des Medianlobus in Seitenansicht stark gebogen und mit charakteristischen Apikalstrukturen.
→ 3-Halsschild ± glänzend, weder extrem dicht punktiert, noch sehr deutlich mikroskulptiert, ohne Längseindruck. Hals schmaler (Halsbreite/Kopfbreite: <0,7). ♂: Medianlobus mit weniger stark gebogenem Ventralfortsatz und anders geformten Apikalstrukturen.
#2
nigrita Mannh., 1830Fundmeldungen🗺ColeowebGrößte Art der Gattung, 4,1-5,4 mm; Kopfbreite >490 µm, Halsschildbreite >570 µm. Halsschild mit extrem dichter und leicht körniger Punktierung. Hals schmaler (ca. 0,8 x Kopfbreite). ♂: Medianlobus sehr groß, Länge >780 µm [Abb. 1]. D: In Mitteleuropa weit verbreitet, aber ziemlich selten.
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Abb. 1
protensa Mannh., 1830🗺Coleoweb-Kleinere Art, 2,8-4,0 mm; Kopfbreite <480 µm, Halsschildbreite <550 µm. Halsschild mit sehr deutlicher Mikroskulptur und kaum erkennbarer Punktierung. Hals breiter (ca. 0,95 x Kopfbreite). ♂: Medianlobus kleiner, Länge <550 µm [Abb. 2]. D: Selten, überprüfte Funde in Mitteleuropa aus Niedersachsen, Hamburg, Berlin/Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Österreich und Böhmen. (Die Art wird oft mit der ähnlich großen und ähnlich matten >>>Ityocara rubens (Er.) verwechselt, von der sie sich jedoch durch einen deutlichen Basaleindruck auf dem 4. vollständigen Tergit, relativ längeren und schmaleren Hals, ein weniger stark mikroskulptiertes und daher weniger mattes Abdomen sowie durch anderen Genitalbau unterscheidet.)
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Abb. 2
#3
uliginosa Er., 1837🗺ColeowebGrößere Art, 3,4-4,4 mm; Kopfbreite >445 µm, Halsschildbreite >500 µm. Hintertarsen länger. Körper bei ausgefärbten Tieren schwarzbraun bis schwarz, auch die Beine überwiegend dunkel gefärbt (in dieser Hinsicht dunklen Tieren der in der Körperfärbung sehr variablen riparia Er. sehr ähnlich). ♂: Medianlobus größer, Länge >590 µm, mit charakteristischen Apikalstrukturen [Abb. 3]. D: In Mitteleuropa wohl überall, aber selten.
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Abb. 3
→ 4-Kleinere Arten, <3,8 mm; Kopfbreite <445, Halsschildbreite <500. Hintertarsen kürzer. Körper oft heller gefärbt. ♂: Medianlobus kleiner, Länge <590, Apikalstrukturen anders geformt.
#4
→ 5Größere Arten 2,8-3,8 mm; Kopfbreite >360 µm, Halsschildbreite >420 µm [Abb. 4]. Abdomen ± glänzend. ♂: Medianlobus größer, Länge >440.
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Abb. 4
→ 6-Kleinere Arten, <3,0 mm; Kopfbreite <360 µm, Halsschildbreite <410 µm. Abdomen dichter punktiert, deutlicher mikroskulptiert und daher ± matt. ♂: Medianlobus kleiner, Länge <440.
#5
riparia Er., 1837Fundmeldungen🗺Coleoweb2,8-3,8 mm [Abb. 5]. Abdomen, insbesondere 1. und 2. vollständiges Tergit gewöhnlich etwas spärlicher punktiert und glänzender. Färbung variabel. ♂: Apikalstrukturen charakteristisch geformt, im nicht ausgestülpten Zustand nicht gekreuzt, sondern ± parallel [Abb. 6]. ♀: Spermatheka [Abb. 7]. D: In Mitteleuropa wohl überall, aber selten.
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Abb. 5
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Abb. 6
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Abb. 7
rufescens Kr., 1856🗺Coleoweb-2,9-3,6 mm. Abdomen etwas dichter punktiert und meist weniger glänzend. Anhand äußerer Merkmale oft nicht sicher von der vorhergehenden Art zu unterscheiden. ♂: Apikalstrukturen löffelförmig, im nicht ausgestülpten Zustand deutlich gekreuzt [Abb. 8]. D: Selten, überprüfte Funde in Mitteleuropa aus Niedersachsen, Hamburg, Berlin/Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Böhmen, Tirol, Oberösterreich und Niederösterreich.
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Abb. 8
#6
stiliformis Assing, 1996🗺ColeowebKopf relativ schlank (Kopfbreite/Halsschildbreite: 0,82-0,83). ♂: Medianlobus relativ klein (Länge: 325-355 µm) und mit charakteristischen Apikalstrukturen [Abb. 9], [Abb. 10]. D: Bisher nur aus einem Moorgebiet in Nordrhein-Westfalen, nahe der niederländischen Grenze, bekannt; dort mehrfach aus Molinia gesiebt.
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Abb. 9
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Abb. 10
→ 7-Kopf relativ breiter (Kopfbreite/Halsschildbreite >0,83) [Abb. 11]. ♂: Apikalstrukturen anders geformt.
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Abb. 11
#7
cochlearis Assing, 1996Fundmeldungen🗺ColeowebHabitus [Abb. 12]. ♂: Medianlobus größer (Länge: 395-415 µm); Apikalstrukturen deutlich löffelförmig erweitert [Abb. 13], [Abb. 14] [Abb. 15]. D: In der Tschechischen Republik offenbar weit verbreitet, sonst bisher nur von der Unterelbe und wenigen Einzelfunden bekannt.
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Abb. 12
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Abb. 13
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Abb. 14
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Abb. 15
→ 8-♂: Medianlobus kleiner (Länge <390 µm); Apikalstrukturen anders geformt.
#8
aethiops (Grav., 1802)🗺Coleoweb♂: Medianlobus größer (Länge: 350-385 µm); Apikalstrukturen [Abb. 16], [Abb. 17]. D: In Mitteleuropa die häufigste Art der Gattung.
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Abb. 16
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Abb. 17
ligula Assing🗺Coleoweb-♂: Medianlobus kleiner (Länge: 300-330 µm, selten 340 µm); Apikalstrukturen [Abb. 18], [Abb. 19]. D: In Italien und Südosteuropa weit verbreitet, in Mitteleuropa bisher nur aus Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland nachgewiesen.
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Abb. 18
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Abb. 19
Enthaltene Taxaaethiops cochlearis ligula nigrita protensa riparia rufescens stiliformis uliginosa
Erstellt am: 03.01.2009 · Letzte Aktualisierung: 04.10.2025 - 17:39:43
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