Gattung Atheta - Mischgruppe II

ColeopteraStaphylinidaeAleocharinaeAthetinaAtheta
Von Arved Lompe (n. G. Benick & G.A. Lohse)
Diese Gruppe umfaßt, entsprechend den Mischgruppen I und III/IV, alle Arten mit einer in der Halsschildmitte nach hinten gelagerten Behaarung, die sich nicht in die Untergattungen, die Arten mit dem Behaarungstyp II oder V enthalten, einordnen lassen. Die Arten trinotata, obenbergeri, spelaea und mariei, charakterisiert durch den besonders langen Außenzahn am Hinterrand des 6. Tergits beim ♂, bilden eine engere Verwandtschaftsgruppe (trinotata-Gruppe); auch die Arten subglabra, tibialis, sparre-schneideri, serrata und gravigranulata zeigen eine engere Verwandtschaft, zu ihr könnte man auch die Arten cadaverina und hansseni ziehen. Als besondere Untergattung müßte diese Gruppe wegen der in ihr enthaltenen tibialis den Namen Oreostiba fûhren. Die letzte Artengruppe (cellaria, picipes, olbrichi,minarzi, taxiceroides, woerndlei) hätte dann wegen der in ihr enthaltenen picipes mit Traumoecia bezeichnet werden müssen. Solange aber die Genitalien mehrerer in ihr enthaltener Arten nicht bekannt sind, sollte doch besser von diesem Schritt Abstand genommen werden. Die restlichen Arten stehen weder untereinander noch mit einer der Gruppen in engerer Beziehung.
Die Arten sodalis (Er.), gagatina (Baudi), pallidicornis (Thoms.), hybrida (Sharp), trinotata (Kr.), sparreschneideri Munst., taxiceroides Munst. und subglabra (Sharp) werden von Muona in die Gattung Alaohia Thoms. gestellt, die von Sawada in die Gattung Notothecta Thoms. eingefügt wird. Diesen Vorgang konnte Lohse nicht akzeptieren, da Notothecta und Alaobia zweifelsfrei verschiedene Taxa sind. Er beließ es bei der bisherigen Anordnung.
Arten die zwischenzeitlich anderen Gattungen oder Untergattungen zugewiesen wurden werden weiter (auch) hier behandelt.
#1
Dochmonota rudiventris (Epph., 1886)🗺ColeowebHinterleib einschließlich des 5. vollständigen Tergits gleichmäßig ziemlich dicht punktiert. Halsschild und Flügeldecken sehr fein und dicht punktiert, fein anliegend behaart. Schwarz oder braunschwarz, Fühler und Beine heller braun, Fühler schlank, Glied 3 wesentlich kürzer als 2, vorletzte Glieder schwach quer. Kopf quer, Augen länger als die Schläfen. Halsschild wenigstens 1/3 breiter als lang, in der Mitte flach eingedrückt; Flügeldeckennaht etwas länger als der Halsschild. Hinterleibspitze ohne besondere Auszeichnung. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 1]. 2-2,5 mm. B: Eine Art der Niederungswiesen. D: Aus Osteuropa nach Mitteleuropa einstrahlend und etwa bis zur Elbe vorkommend. Aus der Slowakei, Niederösterreich und im Gebiet des Mittellaufs der Elbe sowie aus Belgien nachgewiesen.
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Abb. 1
→ 2-Hinterleib zur Spitze weitläufiger punktiert. 3. Fühlerglied kaum kürzer, so lang oder sogar länger als das 2. Glied, andernfalls die Flügeldeckennaht kürzer als der Halsschild.
#2
→ 3Mikroskulptur des 5. vollständigen Tergits dicht querwellig oder eng quermaschig, und dann die Maschen sehr gestreckt.
→ 13-Mikroskulptur des 5. vollständigen Tergits rundmaschig oder weit quermaschig, und dann die Maschen höchstens doppelt so breit wie hoch.
#3
sodalis (Er., 1837)🗺ColeowebHalsschildbehaarung vom Typ V [Abb. 2], überwiegend schräg nach hinten gerichtet. Schwarz oder schwarzbraun glänzend, Flügeldecken dunkelbraun, Fühler heller braun, Fühlerbasis und Beine rotgelb. Kopf wenig quer, Augen etwa schläfenlang, Halsschild ziemlich gewölbt, 1/5 breiter als lang, wie die Flügeldecken mäßig dicht punktiert. ♂: Hinterrand des 6. Tergits in tiefem stumpfen Winkel eingeschnitten. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 3]. 2,5-3 mm. D: Weit verbreitet und überall nicht selten. (=liepolti Bernhauer) (=scheerpeltzi Bernhauer) (=norica Bernhauer) (=biimpressa Scheerp.)
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Abb. 2
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Abb. 3
→ 4-Halsschildbehaarung vom Typ II [Abb. 4], überwiegend schräg nach hinten außen gerichtet.
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Abb. 4
#4
→ 5Fühlerbasis deutlich aufgehellt, Flügeldecken gewöhnlich hell, andernfalls (gagatina, obenbergeri) 4. Fühlerglied nicht länger als breit und vorletzte Glieder deutlich quer. Hinterleib zur Spitze nicht verengt.
→ 12-Fühler einschließlich der Basis dunkel, schlank, Glied 4 länger als breit, vorletzte Glieder nicht oder schwach quer. Schwarz, ziemlich glänzend, höchstens die Flügeldecken dunkelbraun. Hinterleib zur Spitze verengt.
#5
→ 6Hinterrand der Flügeldecken neben den Außenwinkel deutlich eingebuchtet. Arten von höchstens 3 mm.
→ 7-Hinterrand der Flügeldecken neben den Außenwinkel nicht erkennbar eingebuchtet. Oft über 3 mm.
#6
gagatina (Baudi, 1848)🗺ColeowebSchwarz, ziemlich matt, Flügeldecken und Fühler dunkelbraun, Fühlerbasis heller, Beine braungelb. Kopf quer, Augen schläfenlang, Halsschild 1,25 mal so breit wie lang, so lang wie die Flügeldeckennaht. Halsschild und Flügeldecken mäßig dicht punktiert, Punktur der Flügeldecken etwas kräftiger und deutlich raspelig. Fühler zur Spitze leicht verdickt, vorletzte Glieder etwa 1,5 mal so breit wie lang. Eine durch den im Verhältnis zum Halsschild kleinen Kopf und die auffällig zylindrischen Fühlerglieder gekennzeichnete Art. ♂ 6. Tergit [Abb. 5]. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 6]. 2,2-2,6 mm. B: Besonders an Pilzen häufig. D: In ganz Mitteleuropa.
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Abb. 5
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Abb. 6
pallidicornis (Thoms., 1856)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Schwarz oder schwarzbraun, glänzend, Flügeldecken gelbbraun, nach hinten etwas verdunkelt, im Bereich der Schultern bräunlichgelb aufgehellt. Fühler und Beine rotgelb, die Fühler zur Spitze höchstens schwach gebräunt. Halsschild und Flügeldecken mäßig dicht und deutlich raspelig punktiert. Fühler zur Spitze leicht verdickt, vorletzte Glieder etwa 1,5 mal so breit wie lang. ♂: Hinterrand des 6. Tergits quer abgestutzt, fein und dicht krenuliert. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 7]. 2,4-2,8 mm. B: An Pilzen. D: Überall im Sommer und Herbst häufig.
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Abb. 7
#7
→ 8Weniger helle Arten. Fühlerbasis rötlichbraun, aufgehellt, Augen etwa schläfenlang, vordere Tergite weitläufig oder nur mäßig dicht punktiert. Schwarz oder dunkelbraun, Halsschild kaum heller als der Kopf, Flügeldecken - wenn nicht anders angegeben - bräunlichgelb, manchmal zum Teil angedunkelt, Tergithinterränder nicht oder kaum merklich aufgehellt.
→ 11-Heller gefärbt, wenigstens die 3 ersten Glieder hell rotgelb. Augen kürzer als die Schläfen, vordere Tergite dicht punktiert. Dunkelbraun, Halsschild heller rotbraun, Flügeldecken bräunlichgelb, höchstens um das Schildchen und in den Außenwinkeln ganz leicht gebräunt, Tergithinterränder und Hinterleibsspitze deutlich aufgehellt, Beine gelbrot.
#8
→ 9Fühler schlanker, ihr Endglieder wesentlich länger als Glied 9 und 10 zusammen, Glied 4 nicht oder kaum quer, kleiner als Glied 5.
→ 10-Fühler weniger schlank, ihr Endglieder so lang wie Glied 9 und 10 zusammen, Glied 4 deutlich quer und fast so groß wie Glied 5.
#9
hybrida (Shp., 1869)🗺Coleoweb2,8-3 mm. Fühler zur Spitze schwach, aber erkennbar verdickt, Glied 10 aber nur etwa 1,33 mal so breit wie lang. Halsschild etwa 1,25 x so breit wie lang. Flügeldecken wesentlich breiter und an der Naht deutlich länger als der Halsschild. ♂: 10. Fühlerglied vergrößert, viel länger als Glied 9, 5. vollständiges Tergit (ganz vorziehen!) an der Basis mit feinem Mittellängsfältchen. Hinterrand des 6. Tergits gerade abgestutzt, (× 50) nicht erkennbar krenuliert. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 8]. B: Vorzugsweise an Pilzen. D: Überall selten.
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Abb. 8
mobilis Benick, 1962🗺Coleoweb-3,5 mm. Fühler betont walzenförmig, vom 5.-10. Glied etwa gleichbreit, die Glieder nur schwach quer. Flügeldecken schmutzig gelbbraun, am Schildchen und in den Außenwinkeln breit verdunkelt. Halsschild 1/3 breiter als lang. Von hybrida und trinotata durch kleinere Augen, von trinotata auch durch deutlichere und dichtere Halsschildpunktur zu unterscheiden, ♂ unbekannt. D: Nach 1 ♀ aus Holstein beschrieben, das im Autokescher erbeutet wurde.
#10
trinotata (Kr., 1856)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken braungelb, um das Schildchen und in den Außenwinkeln ± umfangreich geschwärzt, so daß eine von den Schultern zum Nahtwinkel verlaufende helle Schrägbinde verbleibt; oft auch Flügeldecken ganz hell. Halsschild 1,25-1,33 mal so breit wie lang, sehr fein punktiert, der Untergrund sehr fein und dicht chagriniert, oft etwas seidig glänzend. Flügeldeckennaht meistens etwas länger als der Halsschild. ♂: 3. Fühlerglied verdickt. Hinterrand des 6. Tergits kräftig krenuliert, außen durch einen kräftigen Zahn begrenzt [Abb. 9]. Aedoeagus mit auffällig gebildetem, seitlich zusammengedrücktem Ventralblatt, an das von Untergattung Philhygra erinnernd. Von der in der Flügeldeckenfärbung manchmal ähnlichen triangulum außer durch den Halsschildbehaarungstyp auch leicht durch die ganz hellen Beine zu unterscheiden. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 10] [Abb. 11]. 2,8-3,5 mm. D: Gemeine Art des ganzen Gebietes. Von trinotata kommen oft Stücke vor, bei denen die Halsschildbehaarung im vorderen Viertel der Mittellinie nach vorn gerichtet ist.
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Abb. 9
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Abb. 10
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Abb. 11
obenbergeri Roubal🗺Coleoweb-Dunkel gefärbt. Flügeldecken dunkelbraun. Halsschild stark glänzend, der Glanz nur wenig durch das Chagrin gedämpft. Halsschild äußerst fein und weitläufig punktiert. (Bei trinotata wenigstens an den Seiten deutlich, wenn auch manchmal fein). Flügeldecken gestreckter als bei trinotata, vordere Tergite feiner und weitläufiger, 4. vollständiges Tergit gleichmäßig, sehr fein, vereinzelt punktiert. (Bei trinotata vordere Tergite kräftiger und mäßig dicht, 4. vollständiges Tergit auf der Vorderhälfte dichter als hinten punktiert). Zur Unterstützung der Artberechtigung gegenüber trinotata wäre eine Genitaluntersuchung wünschenswert gewesen. D: Nach 1 ♀ aus Böhmen beschrieben.
#11
spelaea (Er.)🗺ColeowebFühler schlank, Glied 4 nicht breiter als lang, vorletzte Glieder höchstens 1,5 mal so breit wie lang. Augen klein, Schläfen backenförmig, etwa 1,5 mal so lang wie die Augen. Halsschild etwa so lang wie die Flügeldeckennaht und 1/5 bis 1/4 breiter als lang. ♂ 6. Tergit [Abb. 12]. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 13]. 3,5- 3,8 mm. B: Vorzugsweise in Höhlen und Grotten. An Fledermauskot, aber auch an anderen Faulstoffen. D: In Südosteuropa und im südlichen Alpengebiet; in Mitteleuropa von Osttirol bis Niederösterreich; (=macroptera Bernhauer)
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Abb. 12
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Abb. 13
slovenica Likovsky🗺Coleoweb-Die spelaea im Sinne von Jeannel und Jarrige ist eine andere, damls noch unbeschriebene Art, die ebenfalls am locus classicus der spelaea Er. (Postoina, Adelsberger Grotte) vorkommt. (Diese Feststellung konnte durch Untersuchung der Erichsonschen Type getroffen werden). Sie erhielt inzwischen von Likovsy den Namen
mariei Deville🗺Coleoweb-Fühler kräftiger, Glied 4 deutlich etwas quer, Glied 10 1,75-2 x so breit wie lang. Augen etwas größer, Schläfen flacher. Halsschild kaum breiter, 1/4 breiter als lang. Durchschnittlich kleiner und schlanker. ♂ 6. Tergit [Abb. 14]. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 15]. 3,5 mm. B: In den Bauen des Murmeltieres. D: Westeuropa; sicher noch im westlichen Alpengebiet nachzuweisen.
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Abb. 14
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Abb. 15
#12
cadaverina (Bris., 1860)🗺ColeowebHalsschild und Flügeldecken ziemlich dicht punktiert. Kopf quer, Augen groß, vorgewölbt, länger als die Schläfen, Kopf mit besonders beim ♂ stets sehr deutlichem Mittelgrübchen. Halsschild mäßig quer, 1,33 mal so breit wie lang, seitlich gleichmäßig gerundet, so breit wie die Flügeldecken an den Schultern und etwa so lang wie deren Naht. Körperseiten- und Schienenborsten kräftig. Einer Dimetrota ähnlich, aber durch den Halsschildbehaarungstyp sofort zu unterscheiden. Hinterrand des 6. Tergits abgestutzt, manchmal schwach eingebuchtet. ♂: Geschlechtshaare am Hinterrand des 6. Sternits länger, ♀: Hinterrand des 6. Sternits in der Mitte schwach eingebuchtet. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 16]. 2,8-3 mm. B: An Äsern, seltener an anderen Faulstoffen. D: Weit verbreitet aber selten, an den Fundstellen oft in Anzahl.
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Abb. 16
hansseni Strand, 1943🗺Coleoweb-Äußerlich mit cadaverina fast völlig übereinstimmend; durch das fehlende Mittelgrübchen des Kopfes und nach den Sexualmerkmalen unterscheidbar. ♂: Geschlechtshaare am Hinterrand des 6. Sternits kürzer, ♀: Hinterrand des 6. Sternits nicht eingebuchtet. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 17]. 2,8-3 mm. D: In Mitteleuropa wenige Funde aus Niedersachsen, Ostdeutschland, Schlesien, Bayern und dem Alpengebiet. (=asperipennis Scheerpeltz)
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Abb. 17
#13
→ 14Halsschildbehaarung auf der Scheibe schräg nach außen gerichtet (Typ II [Abb. 4]).
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Abb. 4
→ 21-Halsschildbehaarung auf der Innenhälfte der Scheibe mehr schräg nach hinten als nach außen gerichtet (Typ V [Abb. 2]).
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Abb. 2
#14
→ 15Oberseite tief schwarz, ± glänzend, höchstens die Flügeldecken braun. Halsschild nie sehr dicht punktiert. Fühler ganz schwarz, Schenkel stets angedunkelt.
→ 18-Oberseite pechschwarz oder braun, andernfalls Halsschild sehr dicht punktiert. Oberseite nur schwach glänzend, Beine hell oder die Schenkel nur schwach angedunkelt. Beachte auch >>>Liogluta roettgeni Bernh.
#15
subglabra (Shp., 1869)🗺ColeowebAugen groß und vorspringend, Schläfen vom Augen-Hinterrand an rasch verengt. Kopf über den Augen am breitesten. Schläfen vollständig gerandet. Flügeldecken schräg nach hinten außen gerichtet behaart. Halsschild 1,33 mal so breit wie lang, Flügeldecken wesentlich breiter und ihre Naht deutlich länger als der Halsschild. Fühler zur Spitze ziemlich stark verdickt, Glied 9 und 10 größer als die vorhergehenden Glieder. Schwarz glänzend, Flügeldecken ± hellbraun, Kopf, Halsschild und Flügeldecken fein, wenig dicht, auf den Flügeldecken nur wenig dichter als auf dem Halsschild punktiert. ♂: Hinterrand des 6. Tergits einfach verrundet oder in der Mitte kurz eingebuchtet. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 18]. 2,5-2,7 mm. D: Großbritannien, Skandinavien, Belgien, Frankreich; bei uns aus Norddeutschland wenige, aus dem Alpengebiet mehrere Fundangaben, Thüringer Wald. (=transversicollis Scheerp.) Die Art sollte nach Lohse trotz ihrer Länge richtiger zu Microdota gestellt werden.
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Abb. 18
→ 16-Kopf über den Augen nicht breiter oder schmäler als über den nur hinten kurz gerandeten Schläfen. Flügeldeckenbehaarung mehr gerade nach hinten gerichtet. 9. und 10. Fühlerglied nicht vergrößert.
#16
tibialis (Heer, 1839)🗺ColeowebAugen klein, die etwas backenförmigen Schläfen etwa 1,5 mal so lang. Halsschild umfangreich, aber nur etwa 1/4 breiter als lang, seitlich schwach gerundet. Flügeldeckenlänge auffallend variabel, meistens nicht breiter und an der Naht wesentlich kürzer als der Halsschild, und dann die Art am Körperumriß leicht kenntlich; seltener sind die Flügeldecken an der Naht so lang oder sogar länger und dann auch breiter als der Halsschild (var. spurnyi Bernh.). Fühler ziemlich schlank, Glied 3 etwas kürzer als 2, vorletzte Glieder etwas rundlich, etwa 1,5 mal so breit wie lang. 6. Sternit etwas vorgezogen, beim ♂ an der Spitze verrundet, beim ♀ sanft eingebuchtet. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 19]. 2,2-2,8 mm. D: In den höheren Gebirgen von Mitteleuropa; in den höheren Lagen der Alpen durchaus nicht selten (Oreostiba). (=Alpinia mandli Scheerp.) (=altivagans Scheerp.)
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Abb. 19
→ 17-Augen so lang wie die Schläfen. Halsschild etwa 1,33 mal so breit wie lang, seitlich schwach gerundet. Flügeldecken wesentlich breiter und ihre Naht wesentlich länger als der Halsschild. Vorletzte Fühlerglieder knapp 1,5 mal so breit wie lang. ♂: Hinterrand des 6. Tergits fein gezähnelt, ein stärker betonter Außenzahn fehlt [Abb. 20]. Hierher 2 außerordentlich ähnliche Arten.
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Abb. 20
#17
sparreschneideri Munst., 1923🗺ColeowebBreiter und kräftiger, dunkler. Halsschild und Flügeldecken deutlicher chagriniert und etwas gedämpfter glänzend, vordere Tergite etwas dichter und kräftiger punktiert. ♂: Kopf ± gewölbt, Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 21]. 2,5-3 mm. B: Vermutlich boreoalpin. D: Aus Mitteleuropa nur wenige Funde aus dem Alpengebiet: Wettersteingebirge, Nordtirol, Tauern. (=anisi Bernhauer)
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Abb. 21
serrata Benick, 1938🗺Coleoweb-Weniger breit. Flügeldecken gewöhnlich heller braun. Halsschild und Flügeldecken verwischt chagriniert, glänzend. Vordere Tergite äußerst fein und weitläufig punktiert. ♂: Scheitel flach eingedrückt. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 22]. 2,5-3 mm. B: Bisher fast ausschließlich in Gängen und Nestern von Kleinsäugern (Maus, Kaninchen, Maulwurf) gefunden. D: Hamburg, Holstein, Oberbayern. Sehr selten.
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Abb. 22
#18
→ 19Augen etwas kürzer als die Schläfen. Halsschild sehr deutlich und nur mäßig dicht raspelig punktiert. Behaarung etwas rauh.
taxiceroides Munst., 1932🗺Coleoweb-Augen groß, länger als die Schläfen. Halsschild und Flügeldecken sehr fein und dicht punktiert. Flügeldeckenbehaarung dicht anliegend. Pechschwarz, schwach glänzend, Flügeldecken dunkelbraun, Beine gelbbraun. Kopf mäßig quer, Halsschild 1/4 breiter als lang. Flügeldecken weniger breit, ihre Naht etwas länger als der Halsschild, ziemlich dicht und sehr fein punktiert. Vordere Tergite mäßig dicht, 4. vollständiges Tergit spärlich, 5. vollständiges Tergit nur ganz vereinzelt punktiert. Fühler ziemlich schlank, Glied 11 etwa so lang wie Glied 9 und 10 zusammen. ♂: 6. Sternit groß und fast schaufelförmig [Abb. 23]. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 24]. 2,5-2,9 mm. D: Aus Norwegen beschrieben, in Mitteleuropa nur aus den Beskiden bekannt.
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Abb. 23
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Abb. 24
#19
cellaria Benick🗺Coleoweb2,5-2,7 mm. Halsschild 1/5 breiter als lang, wenig breiter als der Kopf, ziemlich klein und die Gestalt daher an augusticollis erinnernd. Flügeldeckenpunktur in der dichten Chagrinierung kaum erkennbar. Fühler kräftig, Glied 3 beim ♂ verdickt, vorletzte Glieder etwa 1,75 mal so breit wie lang, Glied 11 kurz, zugespitzt eiförmig. ♂ 6. Tergit [Abb. 25]. ♀: 6. Tergit in der Mitte abgestutzt. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 26]. B: Vermutlich Höhlenbewohner; an Fledermauskot D: Das typische ♀ wurde in Tirol in einem Keller gefunden; im Trentino fand sich die Art in einer Höhle.
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Abb. 25
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Abb. 26
→ 20-Durchschnittlich größer, 2,7-3,2 mm. Flügeldecken mäßig dicht und stets deutlich punktiert.
#20
picipes (Thoms., 1856)🗺ColeowebPechschwarz oder schwarzbraun, Flügeldecken heller braun und Hinterleibspitze hell rotbraun, Beine braungelb. Kopf wenig schmäler als der Halsschild, dieser 1/5 breiter als lang, abgeflacht, hinten in der Mittellinie deutlich breit vertieft. Flügeldecken wenig breiter als der Halsschild, die Gestalt daher ziemlich parallelseitig. Hinterleib vorn mäßig dicht, hinten weitläufig punktiert. Chagrin des 5. vollständigen Tergits kräftig, rundmaschig. Fühler zur Spitze mäßig verdickt, Glied 3 beim ♂ verdickt, vorletzte Glieder 1,75 mal so breit wie lang, Glied 11 eiförmig zugespitzt. Eine an der sekundären Auszeichnung der Hinterleibspitze in beiden Geschlechtern gut erkennbare Art, 6. Tergit [Abb. 27]. Aedoeagus, Spermatheka [Abb. 28]. B: Unter Rinden, an verpilztem Holz, an Pilzen. D: Wohl überall, aber nicht häufig.
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Abb. 27
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Abb. 28
olbrichi Scheerp.🗺Coleoweb-Mit picipes übereinstimmend, jedoch die sekundären Auszeichnungen abweichend. Beim ♀ ist das 6. Tergit tief, etwas winklig ausgeschnitten, das 6. Sternit ist abgeflacht und mäßig tief ausgerandet. Fühler dick, die Glieder vom 7. an fast doppelt so breit wie lang, Glied 11 kürzer als Glied 9 und 10 zusammen. ♂: 6. Tergit [Abb. 29]. D: Nach 1 ♀ aus dem Lainzer Tiergarten bei Wien beschrieben, inzwischen auch in Ungarn nachgewiesen.
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Abb. 29
#21
gravigranulata Benick🗺ColeowebHalsschild 1,25 mal so breit wie lang, vor der Mitte am breitesten, zu den verrundeten Hinterwinkeln deutlich verengt. Augen klein und flach, wesentlich kürzer als die etwas backenförmig erweiterten, unvollständig gerandeten Schläfen. Flügeldecken wenig breiter und an der Naht nicht länger als der Halsschild, grobkörnig punktiert. Fühler zur Spitze verdickt, vorletzte Glieder 1,75 mal so breit wie lang. Schwarzbraun, etwas rötlich schimmernd, Flügeldecken, Tergithinterrand und Fühlerbasis heller rotbraun, Beine bräunlichrot. Spermatheka [Abb. 30]. 2,8 mm. D: Aus Krain beschrieben, könnte auch in Kärnten vorkommen.
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Abb. 30
→ 22-Halsschild wesentlich stärker quer, 1,33-1,5 mal so breit wie lang.
#22
woerndlei Bernhauer🗺ColeowebAugen deutlich länger als die nur hinten gerandeten Schläfen. Oberseite, besonders die Flügeldecken matter, Körper ziemlich gleichbreit, Halsschild kräftig quer, wenig schmäler als die Flügeldecken, mäßig fein und ziemlich weitläufig punktiert. Flügeldecken dichter und feiner, körnig punktiert. Fühler kurz, die Glieder vom 4. an quer, vorletzte Glieder um die Hälfte breiter als lang. ♂: Hinterrand des 6. Tergits jederseits mit einem kräftigen, spitzen Seitenzahn, der weiter vorragt als die 3 dazwischen liegenden kleineren Zähnchen, von denen das mittlere am kürzesten ist. 2,5 mm. D: Nach 1 ♂ von Innsbruck beschrieben.
minarzi Bernh.🗺Coleoweb-Augen etwas kürzer als die Schläfen. Der woerndlei ähnlich, aber der Kopf breiter, der Halsschild stark quer, weitläufig punktiert, ziemlich glänzend. Flügeldecken viel weitläufiger und etwas körnig punktiert, glänzender. ♂: Hinterrand des 6. Tergits mit einem stumpfen Seitenzahn, die dazwischen liegenden 3 Mittelzähnchen spitz, länger als die Seitenzähnchen, der Mittelzahn am weitesten vorragend. 3,5 mm. D: Nach 1 ♂ aus Niederösterreich (Dürnstein) beschrieben.
Enthaltene Taxacadaverina cellaria Dochmonota gagatina gravigranulata hansseni hybrida mariei minarzi mobilis obenbergeri olbrichi pallidicornis picipes serrata slovenica sodalis sparreschneideri spelaea subglabra taxiceroides tibialis trinotata woerndlei
Erstellt am: 19.12.2021 · Letzte Aktualisierung: 08.10.2025 - 00:31:19
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